Barfuß auf den Spuren der Wim-Hof-Methode - Teil 1


 

Morgens halb neun ... irgendwo im östlichen Leipzig ...

 

Es ist Mitte Februar und die Sonne ist vor gut einer Stunde aufgegangen. Der blaue Himmel ist wolkenlos und die Luft ist mit minus 6°C klar und angenehm frisch. Die ersten Vögel zwitschern und außer ein paar Hundebesitzern, welche gerade mit ihren Vierbeinern Gassi gehen, ist niemand im Stünzer Park unterwegs. Ich sitze allein barfuß auf einer Parkbank und genieße den Augenblick.  

 

Vor mir befindet sich der fast komplett zugefrorene "Stünzer Teich", auf welchem die Enten noch schlafen. Ich sitze da, genieße die Ruhe und atme. Ich atme die -6°C kalte Luft ... tief ein und locker aus. Immer wieder ... tief ein und locker aus. Dabei merke ich, dass durch die fehlende Bewegung meine Füße langsam kalt werden. Aber es macht mir nichts aus. Ich atme weiter ... tief ein und locker aus. 

 

Im ersten Augenblick klingt es vielleicht etwas komisch und Einige werden sich vielleicht denken: "Natürlich atmet man ein und aus, dass macht man doch ständig." Das stimmt. Doch der Unterschied zu meiner alltäglichen Atmung besteht darin, dass ich seit fünf Tagen bewusste Atemübungen durchführe. Genauer gesagt Atemübungen nach der Wim-Hof-Methode - WHM.

 

Dabei war ich früher nie für "ruhiges" bzw. "entspannendes" Training zu begeistern. Bei mir hat Training bisher meistens viel mit actionreicher bzw. anstrengender Bewegung zu tun. Doch nun sitze ich ganz entspannt auf der Parkbank und atme weiter ... tief ein und locker aus ... tief ein und locker aus.

 

Doch plötzlich stoppt alles. Auf meine letzte Ausatmung erfolgt keine weitere Einatmung. Mein Körper bekommt keine Luft mehr...

 

Kleiner Rückblick

Es ist Mittwoch, der 31. Januar 2018.

Seit ca. dreißig Minuten sitze ich in einem Seminarraum "IM EINKLANG" in Leipzig und lausche den Worten von Roman Semko und Vitaly Semko, welche das Seminar leiten. Das Thema ist sehr spannend und dennoch muss ich mich stark konzentrieren, um alle genannten Informationen aufnehmen zu können. Seit zwei Tagen fühle ich mich nicht sehr gut und kämpfe etwas mit Kopfschmerzen und leichten Erkältungsanzeichen. Trotzdem wollte ich mir diesen Termin nicht entgehen lassen. Es ist ein Seminar im Rahmen des Health Meeting Leipzig, zu welchem der Organisator Carsten Wölffling regelmäßig einlädt. Das Thema der heutigen Veranstaltung lautet: "Jetzt wird es cool - Kälte & Wim Hof in Leipzig!"

 

Die beiden Referenten sind angehende Instruktoren der Wim Hof Methode und beschäftigen sich seit vielen Jahren mit dem Thema "Kälte". Zu ihrer Lebensweise gehören dabei selbstverständlich ganzjährige Eisbäder und kalte Duschen. An diesem Abend teilen sie uns Zuhörern ihr Wissen und ihre Erfahrungen mit. Da ich mich als Saunameister schon oft mit den Themen "Hitze" und "Kälte" beschäftigt habe, war dieses Seminar eine passende Wissenserweiterung. Die Atemtechnik der Wim-Hof-Methode ist für mich dabei Neuland. Neugierig höre ich dem Seminar zu und bin nach etwas mehr wie zwei Stunden von dem Thema sehr begeistert. Grundsätzlich geht es bei der Wim-Hof-Methode um Atemübungen, Kältetraining und Einsatzwillen.

 

Um mehr darüber zu erfahren, recherchiere ich die nächsten Tage im Internet. Dabei erfahre ich auch erstmals, um wen es sich bei der Person "Wim Hof" handelt. Auf den ersten Bildern und Videos, welche ich vom sogenannten "Iceman" erhalte, ist er überwiegend barfuß unterwegs - und mir damit schon einmal sehr sympathisch ;-) 


Ein kleiner Hinweis: 

 

Da es im Internet sehr viele Informationen zu Wim Hof und seiner Trainingsmethode gibt, möchte ich in diesem Artikel nicht auf die spezielle Durchführung und die Auswirkungen auf den Körper eingehen. Für alle Interessierten, empfehle ich zum Einstieg das Buch:

"EXTREM GESUND: Wie uns eiskaltes Wasser und extreme Höhe gesünder und fitter denn je machen"

 

Dieses Buch hat bei mir die "Lust auf mehr" geweckt.

 


zurück im Stünzer Park in Leipzig

Wie oben beschrieben, erfolgte auf meine letzte Ausatmung keine Einatmung und mein Körper bekam keine Luft mehr. Was ist passiert...?

 

Dieser Prozess ist Teil der Atemübungen. Nach einem kontrollierten Hyperventilieren mit 30-40 Atemzügen, atme ich noch einmal locker aus und halte dann den Atem an. Solange mir dies möglich ist. Danach folgt ein tiefer Atemzug, welchen ich für ca. 15 Sekunden anhalte. Diesen Ablauf wiederhole ich drei Mal.

 

Zu Beginn des Atemtrainings konnte ich die Luft für 45 Sekunden anhalten. Nach nur fünf Tagen Training bin ich mittlerweile bei einer Minute und zwanzig Sekunden. Eine deutliche Steigerung innerhalb kürzester Zeit. Dabei merke ich, dass mir die Atemübungen vormittags "besser" gelingen als nachmittags. Auf alle Fälle erhalte ich nach den Atemübungen ein positives Gefühl und empfinde eine angenehme Gelassenheit.

 

Nach ca. zehn Minuten bin ich fertig, stehe von der Parkbank auf, werfe einen letzten Blick auf den fast komplett zugefrorenen Teich und mache mich barfuß auf den Heimweg. Langsam wird es doch etwas kühl. Hoffentlich habe ich bald wieder die Gelegenheit in so einer natürlichen Atmosphäre zu "trainieren". 

 

Nun bin ich sehr gespannt, welche Auswirkungen mein neues Training in den nächsten Wochen mit sich bringen wird. Vor allem bei meinem Kältetraining ist die kontrollierte Atmung sehr hilfreich. Darüber werde ich euch in meinem nächsten Blog berichten.

 

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Regina (Dienstag, 29 Mai 2018 05:28)

    Danke für den Bericht.. Bin Anfänger und verschlingen alles was ich zum Thema finden kann.