Der Moderne Schuh

Unsere Füße bilden das Fundament unseres Körpers. Sie bringen uns im aufrechten Gang von einem Ort zum anderen - ein Leben lang. Und wie Danken wir unseren Füßen diese Meisterleistung? Viele achten kaum auf sie, sondern stecken ihre Füße in Schuhwerk, welches meistens weder an die Anatomie noch an die Funktionalität angepasst ist. Das funktioniert eine zeitlang auch richtig gut. In "modernen" Schuhen können wir gehen, laufen, springen, tanzen, wandern und an den unterschiedlichsten Sport- und Freizeitaktivitäten teilnehmen. Bis es anfängt irgendwo im Körper zu schmerzen. Die Folgen sind sehr vielseitig und können sich in sämtlichen Körperbereichen bemerkbar machen. Angefangen bei Problemen wie z.B. einem Hallux valgus oder Knie-, Hüft- und Rückenbeschwerden bis hin zu Nackenverspannungen und Kopfschmerzen. Aber wodurch entstehen solche Beschwerden?

 

Vor ca. 15.000 Jahren traten die ersten "Schuhe" auf (zu sehen auf Höhlenmalereien). Die älteste Fußbekleidung, welche bisher gefunden wurde, ist ca. 8.000 Jahre alt und bestand aus Pflanzenmaterialien. Der Älteste bisher gefundene Lederschuh ist ca. 5.500 Jahre alt. Alle diese "älteren" Modelle haben eines gemeinsam - sie passten sich dem Fuß an. Bei den Modellen von heute ist es genau anders herum - der Fuß passt sich im Laufe der Zeit dem Schuh an. Darin liegen die meisten Probleme.

 

Als die Menschheit vor vielen tausend Jahren noch keine Schuhe kannte, hatte die Fußsohle ständig direkten Kontakt zum Untergrund. Leider ist heutzutage der Großteil der Bevölkerung viel zu selten barfuß unterwegs. Doch gerade das wäre optimal. Denn ohne Schuhe wird die Belastung beim Gehen gleichmäßig über unseren ganzen Fuß verteilt. Dabei sind alle Fußmuskeln und -sehnen im Einsatz und ermöglichen uns eine weiche, flexible Bewegung. Leider wird genau diese harmonische Bewegung in den meisten Schuhen verhindert. Das Problem ist dabei, dass Schuhe unsere Füße in ihrer Funktion viel zu sehr (unter)stützen und ihnen die "Arbeit" abnehmen. Durch diese Unterstützung werden die Muskeln, Sehnen und Knochen unserer Füße nicht mehr gefordert und drohen mit der Zeit zu verkümmern.

 

Unsere Schuhe können wir in verschiedene Aufbauelemente einteilen. Dabei kann ein Schuh aus bis zu 30 verschiedenen Einzelteilen bestehen. Jedes dieser Teile verändert die Biomechanik unserer Füße auf unterschiedlichste Art und Weise. Die vier entscheidensten Elemente dabei sind:

  • die Schuhsohle
  • der Schaft
  • die Vorderkappe
  • der Schuhabsatz

Die Schuhsohle:

 

Wenn wir barfuß unterwegs sind, nehmen wir den Untergrund auf welchem wir uns fortbewegen unmittelbar wahr. Dabei passen sich unsere Fußsohlen mit jedem Schritt an die Beschaffenheiten bzw. Unebenheiten des Bodens an. Dafür müssen viele Fußgelenke und -muskeln zusammenarbeiten. Dieses Zusammenspiel fördert die Beweglichkeit und kräftigt die Muskeln, Knochen und die Haut unserer Füße. Durch die Schuhsohle kann vor allem die Haut der Fußsohle als Sinnesorgan ihre Funktionen kaum noch wahrnehmen. Des Weiteren werden durch die oft sehr feste bzw. stabile Schuhsohle die Empfindung der Füße und deren Flexibilität eingeschränkt.

 

 

Der Schaft:

 

Der Schaft hält den Schuh am Fuß. So weit so gut. Aber, je weniger vom Schaft vorhanden ist, um so größer können Beschwerden ausfallen. Deutlich bemerkbar macht sich dies z.B. bei Pantoletten, Clogs oder Flip-Flops. Bei diesen Arten von Schuhen, müssen sich die Zehen regelrecht festkrallen, damit sie bei der Fortbewegung nicht verloren gehen. Durch den mangelnden Halt und die verkrampfte Haltung der Zehen kann es zu Schmerzen in Füßen, Beinen und sogar im Rücken kommen. Durch häufiges Tragen solcher Schuharten und damit durch häufiges Festkrallen der Zehen, kann es durchaus zur Bildung von sogenannten Hammerzehen oder auch Krallenzehen kommen. Daher sollten vor allem Personen auf solche Schuhe verzichten, welche bereits an einer Fußfehlstellung leiden.

 

 

Die Vorderkappe:

 

Leider zählen heutzutage schmale Schuhe in unseren Breitengraden als modern. Oftmals kaufen sich vor allem Frauen lieber Schuhe, welche klein und "niedlich" wirken, als solche, die wirklich zur Anatomie der eigenen Füße passen. Dabei liegen diese Schuhe wie ein Gipsverband um die Füße und zwengen diese ein. Letztendlich treten genau die gleichen Anpassungen auf, wie wenn wir einen Gips über mehrere Wochen am Arm tragen müssen. Allerdings tragen die meisten von uns Schuhe ein lebenlang. Dadurch kommt es zu einer Abschwächung der Muskulatur und zu einer Verformung der Zehen. Eine häufige Folge davon ist der sogenannte HALLUX VALGUS - der Schiefstand der großen Zehe. Durch diesen Schiefstand verliert der Fuß seinen wichtigsten Stützpfeiler - die große Zehe. Dies wiederum führt zur Instabilität des Fußes, der Knie und letzten Endes des ganzen Körpers.

 

 

Der Schuhabsatz:

 

Der Absatz ist, mit Bezug auf die Gesundheit, einer der entscheidensten Elemente des Schuhs. Er verändert radikal unsere Körperhaltung. Wenn du jetzt denkst, du trägst Schuhe ohne Absatz, dann schau bitte einmal ganz genau hin. Sobald die Ferse höher ist als der restliche Fuß, hat dein Schuh einen Absatz. Dies ist bei fast allen Schuhen der Fall (Ausnahmen bilden hier Minimalschuhe - ABER auch hier haben einige Modelle einen Absatz!). Wenn wir barfuß unterwegs sind, haben wir die Möglichkeit uns mit einer natürlichen Körperhaltung zu bewegen. Tragen wir stattdessen Schuhe mit Absätzen, bringen wir unseren Körper aus seiner natürlichen Haltung. Die Erhöhung der Ferse durch den Schuhabsatz (Sprengung) bringt uns ins Ungleichgewicht. Würden wir versuchen unsere natürliche Haltung, trotz Absätzen, beizubehalten, würden wir nach vorne umfallen. Stattdessen passt sich unser Körper an und vollzieht unnatürliche Ausgleichsbewegungen bzw. -haltungen. Auf Dauer können diese Fehlhaltungen zu Problemen u.a. im Bereich Sprunggelenk, Knie, Hüfte, Rücken und Nacken führen.

 

 


Meine eigenen Erfahrungen:

Neben den ganzen gesundheitlichen Vorteilen ist Barfuß sein für mich einfach ein tolles, angenehmes Gefühl. In Schuhen fühle ich mich eingeengt und unwohl. Daher versuche ich, so oft es geht, auf Schuhe zu verzichten. Allerdings ist dies nicht immer möglich. Daher nutze ich in solchen Situationen Minimalschuhe.

 

Bisher habe ich Minimalschuhe von folgenden Herstellern genutzt:

  • Merrell
  • Vivobarefoot
  • FiveFingers
  • Lunas
  • Rollup Sandals

Dabei gefallen mir persönlich bisher die Lunas am besten. Danach folgen die Vivo's. Alle anderen Hersteller/Modelle konnten mich bisher nicht überzeugen.